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| (flickr.com/photos/jaumedurgell) - Junger Antifaschist entfernt ein symbol des franquistischen Spaniens. 2007 machte sich der spanische Staat derartige symbolische Akte zu seiner eigenen Aufgabe. |
Eine Woche nach den Demonstrationen für Richter Baltazar Garzón (Mehr bei uns) zeigt eine Umfrage im Auftrag der Zeitung el Público: die Spanier wollen keine Straflosigkeit für die Gräueltaten des Franco-Regimes. 59,2 % der 800 Befragten sprachen sich für Untersuchungen zu den Verbechen aus, nur 26,9 % waren dagegen und 14 % gaben "keine Meinung" an. Anhänger der regierenden sozialdemokratischen PSOE votierten gar zu 75 % für eine Aufklärung. Bei Anhängern der konservativen PP sprachen sich hingegen nur 34 % für und gar 54 % gegen weitergehende Ermittlungen aus. Außerdem fanden 58 % der Teilnehmer, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtes, Garzón vorzuladen, falsch gewesen sei. Die Zustimmung für das "Ley de Memoria Histórica" wächst ebenfalls: 2007 befürworteten nur 34 % das Gesetz zur Aufarbeitung der Franco-Zeit, 2010 sind es bereits 41,5 %. Die Zustimmung wächst vor allem in den jungen Bevölkerungsteilen. Das umstrittene Gesetz sieht unter anderem vor, Symbole und Gedenktafeln in Bezug zu Franco aus der Öffentlichkeit zu entfernen.
Rechtsextreme trafen sich in Madrid
Am Morgen des 9.5.2010 haben sich rechtsextreme Gruppen aus ganz Spanien in Madrid getroffen, um ihre plataforma Memoria y Lealtad (Plattform für Erinnerung und Loyalität) zu präsentieren. Sie planen eine Gegenbewegung zum Ley de Memoria Histórica. - dem Gesetz zur historischen Erinnerung, welches im Jahr 2007 unter der Regierung Zapatero in Kraft trat. Zusammengeschlossen haben sich verschiedene konservative bis ultrarechte Vereinigungen aus ganz Spanien. Zu den Gruppen, die das Geschichtsbild Francos gerne glätten würden, gehören unter anderem die Alerta Nacional, La Falange, Ac. Amigos de Leon Degrelle, El Nuevo Alcázar und Ancis. (Mehr dazu in der el Público) Die Plattform will unter anderem das Grab des Diktators Franco in Valle de los Caídos schützen und dafür sorgen, dass die Gräueltaten des Regimes nicht mehr aufgerollt werden.
Die Spanier zeigen, dass sie immer mehr bereit sind die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dass die Täter von damals und ihre Nachfolger von heute etwas dagegen haben ist offensichtlich, doch davon sollten sich die Demokraten nicht einschüchtern lassen. Eine Demokratie kann sich nur in Erinnerung an die Vergangenheit verankern.
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