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| (Jonas W.) - Ein sicherer Arbeitsplatz - Die Sagrada Família in Barcelona ist wohl bis mindestens 2026 in Arbeit. Das Weltkulturerbe verkörpert beide Motoren der spanischen Wirtschaft: Bau und Tourismus. |
Im letzten Monat waren in Spanien 36.000 Menschen mehr ohne Arbeit als noch im Februar. Das bedeutet einen Anstieg um 0,9 Prozent auf jetzt insgesamt 4.166.613. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Arbeitslosenquote aber bereits um 15,5 Prozent gestiegen, denn in den vergangenen 12 Monaten haben sich 561.211 Menschen neu als arbeitslos registrieren lassen. Das Geschlecht spielte dabei keine nennenswerte Rolle - Frauen und Männer sind gleich betroffen.
"Verlangsamung des Wachstums"
Das Ministerium für Arbeit und Immigration sieht aber dennoch positive Lichtblicke. In Ihrem Bericht betonte die Generalsekretärin für Arbeit Maravillas Rojo: trotz der "negativen" Zahlen im März "gibt es eine Verlangsamung des Anstiegs bei den Arbeitslosenzahlen."
Das Ministerium beziffert einen geringeren Anstieg von nur noch einem Drittel im Vergleich zum März 2009 - damals gerieten 123.543 Menschen in die Erwerbslosigkeit. Das scheint aber nur ein schwacher Trost zu sein, im Angesicht dessen, dass der aktuelle Anstieg trotzdem der zweithöchste in Spanien in einem März ist. Vergleichbare Daten gibt es allerdings erst ab 1996.
Bausektor erstmals wieder positiv
Überraschend positiv ist der Trend im zuletzt stark betroffenen Bausektor. Hier kamen die Zahlen aus dem roten Bereich und es wurden immerhin -0,1 Prozent weniger Arbeitslose registriert. Im Dienstleistungsbereich ist der grösste Anstieg zu vermelden, hier waren fast 11.000 Menschen ohne Arbeit (Ein Plus von 0,4 Prozent). Danach folgte die Landwirtschaft mit circa 7.100 neuen Arbeitslosen (6,2 Prozent mehr). Auf dem dritten Platz liegt der Industriebereich mit ca. 3.100 weniger Beschäftigten. Ungefähr 16.700 Arbeitslose kommen dazu, die noch nicht gearbeitet haben.
Schuld beim schlechten Wetter?
Die Experten der Regierung hatten eigentlich eine stärkere Erholung des Arbeitsmarktes vorausgesagt, aber das "schlechte Wetter" verursachte laut dem Ministerium für Arbeit und Immigration die Hälfte der neuen Arbeitslosen. So sollen die Tourismusbranche und das Baugewerbe von dem ungewöhnlich kalten und regnerischen Februar betroffen sein.
Krise oder Strukturproblem?
In der Eurozone kommt Spanien am langsamsten aus der Krise, dass spiegeln auch die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Aber die Probleme liegen wohl vor allem auch in der Struktur der spanischen Wirtschaft, die vielleicht langsam umgebaut werden sollte. Jahrzehntelang waren die Tourismus- und die Bauindustrie die Motoren der Wirtschaft, hier haben sich riesige Spekulationsblasen gebildet. Spanien täte gut daran ökologische und soziale Infrastrukturen auszubauen.
Hier steckt auch die Chance in der Krise - allerdings nur im europäischen Rahmen. Zapatero könnte jetzt Spaniens EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen ein sozialeres und ökologischeres Europa zu entwerfen und dafür müsste er an den ökonomischen Verhältnissen ansetzen.
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