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| (Jonas W.) - Der Comedor del Ave Maria |
Der Comedor wurde 1611 von dem Heiligen San Simon de Rojas gegründet und ist somit die älteste Einrichtung im Dienste der Armen Madrids. Unter Pater Paulino Alonso wird sie vom Trinitarierorden (Orden der heiligen Dreifaltigkeit) geführt. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bedürftigen der Stadt mit dem Notwendigsten zu versorgen. Dazu gehört das tägliche Frühstück (Montag - Samstag) in fünf Durchgängen zwischen 9:00 und 11:00, Kleiderspenden, psychologische und Rechtsberatung sowie moralischer Beistand.
Die Bedürftigen
Die Menschen, die die Hilfe in Anspruch nehmen, sind verschieden. Es handelt sich um Junge, Alte, Drogenabhängige, Aidskranke, Arbeitslose, ehemalige Häftlinge, Immigranten; einige nutzen das Angebot auch aus, sie wollen Geld sparen. Täglich kommen um die 360 Bedürftige in den Comedor, die Zahlen steigen, "gerade jetzt durch die Finanzkrise" - so Pater Paulino.
Viele freiwillige Helfer
Er leitet den Comedor seit 1992, vormittags ist er hier, nachmittags arbeitet er als Kaplan im Gefängnis Soto del Real nördlich von Madrid.
Für ihn ist diese Arbeit eine Berufung: “Natürlich ist es oftmals schwer, aber das Wissen darüber, dass man den Menschen hilft und ihre Dankbarkeit, machen meine Arbeit lohnenswert.” Dies scheint auch das Motiv der meisten Freiwilligen zu sein. Täglich sind es um die 12, meist religiöse Rentner, die in ihrer Freizeit etwas Nützliches für die Gemeinschaft machen wollen und dafür auch lange Anfahrtswege von den Madrider Randbezirken bis ins Zentrum zum Comedor in Kauf nehmen. In der Regel gibt es für jeden Tag eine “Freiwilligengruppe”, die einmal pro Woche kommt und zwischen 8:00 und 12:00 das Frühstück vorbereitet, die Tische deckt, abräumt und danach alles wieder sauber macht. Junge Helfer, zum Beispiel Studenten, kommen vor allem samstags: “Freiwillige gibt es viele, oft mehr, als ich unterbringen kann.”, meint der Pater.
Finanzielle Hilfe
Finanziert wird die Hilfe überwiegend durch Spenden, “von dem Geld kaufen wir dann selbst die Nahrungsmittel”. Eine kleine Unterstützung erhält der Comedor auch von der Stadt. Wieviel genau, wollte uns Pater Paulino nicht verraten, es müssten aber laut der spanisch-katholischen Zeitung CONFER um die 11.000 € pro Jahr sein.
Warum arm?
Die Menschen, vor allem Obdachlose, die den Comedor aufsuchen, sind dankbar für die Unterstützung. Konflikte zwischen ihnen und den ehrenamtlichen Mitarbeitern gibt es eigentlich nicht, höchstens unter den Bedürftigen. Es sind auch nicht immer dieselben, “einige kommen neu dazu - um die 150 pro Monat - dafür andere nach einer Weile nicht mehr”, erzählt uns Pater Paulino. Viele Immigranten, vor allem aus Südamerika, sind darunter: “ Sie kommen nach Europa auf der Suche nach einem besseren Leben und finden dann keine Arbeit hier”. Für ihn sind es die Umstände, die die Menschen in diese Situation bringen, deshalb müsse ihnen geholfen werden. Einige schaffen es aus eigenen Kräften raus aus der Armut und der Pater ist überzeugt, dass nur wenige “dieses Leben” freiwillig führen.

Kleiderspenden für Bedürftige
Doch nicht alle leben auf der Straße. So unter anderem die Bolivianerin Rosmery (32), die vor sechs Jahren nach Madrid kam und als Putzfrau in Privathäusern arbeitete. Sie kommt nicht zum Essen hierher, sondern wegen der Kleiderspenden: “Ich habe zwei Kinder, vier Jahre und sechs Monate. Das erste Kind konnte ich noch auf die Arbeit mitnehmen, aber jetzt mit dem zweiten ist es nicht so einfach. Mein Mann arbeitet zwar als Schweißer, trotzdem reicht das Geld nicht, vor allem Kinderbekleidung ist sehr teuer.” Rosmery ist sehr zufrieden mit der Unterstützung, die sie vom Comedor bekommt: “Sie helfen viel.”
Auf die Frage wie wohl die Zukunft des Comedors aussehen mag, antwortete Pater Paulino: “Es wird sich nicht viel verändern. Notdürftige Menschen gibt es immer und somit wird es auch immer Arbeit für uns geben!”
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