 |
| (flickr.com/photos/canaluem) - An der Universidad Europea de Madrid in der Fakultät der Gesundheitswissenschaften |
Fünf Minuten bis zum Strand – diese beliebte Formel aus dem Reisekatalog verspricht einen kaum merklichen Fussweg für unzählige Erholungsurlauber. Nur knapp zwei Minuten mehr hat jeder Arzt im Jahr 2010, um sich um seine Patienten zu kümmern – für viele Patienten ist die Behandlung daher ebenfalls kaum merklich. Waren es 2009 noch 8 Minuten Behandlungszeit, so bleiben den Patienten 2010 vorraussichtlich nur noch 7 Minuten im Durchschnitt. 10 Minuten seien aber optimal, erklärte der Präsident der Asociación Madrileña de Medicina Familar.
„Das Optimum sind 20-25 Patienten pro Tag“
Die Idealversorgung in 10 Minuten kann nur gewährleistet werden, wenn jeder Arzt maximal 20-25 Patienten pro Tag zu behandeln hat: „Das Optimum sind 20-25 Patienten pro Tag und bei einigen kommen 50-60,“ kritisierte der Präsident. Weiter sagte er, dass sich „die Ärzte nur noch um die ernsten Fälle kümmern können und sie die Zeit bei Präventionsmaßnahmen wieder kürzen müssen.“ Es fehlen in Madrid vor allem Hausärzte, Kinderärzte, Gynäkologen, Traumatologen und Anästhesisten, so in dem Bericht der Europäischen Universität Madrid nachzulesen.
Bis 2017 fehlen bis zu 7000 Ärzte
2017 werden in der Region Madrid ca. 5000 bis 7000 Ärzte fehlen (abhängig vom Renteneintrittsalter). Die Gesundheitszentren setzen auf ausländische Fachkräfte. Derzeit sind bereits 12 Prozent der 35.000 Ärzte in Madrid aus dem Ausland. Die Autoren der Europäischen Universität Madrid fordern in ihrem Bericht einen Wechsel im Gesundheitssystem, um die Ausbildung und Koordination der Human resources in diesem Bereich zu verbessern.
Erfolg des digitalen Gesundheitswesens
Vor 10 Jahren startete Spanien die ersten Versuche mit e-health Programmen über das Internet. Bereits 86 Prozent der Spanier machen inzwischen Arzttermine über das Internet aus und 97 Prozent der Ärzte in der Atención primaria de salud (Grundversorgung in den Gesundheitszentren) haben Zugang zu einer digitalen Krankenakte und können elektronische Rezepte ausstellen. Die Regierung arbeitet derzeit in Pilotprojekten an einer zentralen digitalen Krankenakte, auch zugänglich für Krankenhäuser und Spezialmediziner. Datenschutz- und Kostengründe stehen der Einführung aber noch im Wege.
Spanien muss seine Probleme mit dem Gesundheitswesen in den Griff bekommen – geschehen kann das nur mit einer besseren Forschung und Ausbildung. Gerade in der ökonomischen Krise sind die soziale und medizinische Grundversorgung wichtige Bestandteile zur Sicherung des sozialen Friedens.
Mehr zu den aktuellen Gesundheitszahlen auf 20 Minutos
Mehr zu der aktuellen Entwicklung des digitalen Gesundheitssystem auf 20 Minutos
|