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| (Madrider Zeitung ) - Das Interesse an Botellones ist im Vergleich zum Sommer - hier in Las Vistillas - in der kalten Jahreszeit naturgemäß eher gering. Das Ayuntamiento will dennoch über die Weihnachtstage seinen Kampf gegen das Trinken im Freien intensivieren. |
Keine Botellones zu Weihnachten! Das Ayuntamiento befürchtet, dass die Straßen während der Feiertage voll sein werden mit fröhlich zechendem Feiervolk. Die Wirtschaftskrise hat dem beliebten Botellón, dem gemeinsamen abendlichen Betrinken auf öffentlichen Plätzen, in diesem Jahr noch einmal einen Popularitätszuwachs beschert.
Wasser marsch!
Eine Präventionsmaßnahme wird sein, Bürgersteige und Plätze, die gerne für Botellones genutzt werden, am Abend mit Wasser abzuspritzen. Selbst hartgesottenen Feierfreunden dürfte der Spaß bei nassen Böden und Temperaturen unter 10º schnell vergehen. Wenn die Menschen sich dann wieder ins Warme flüchten, werden sich nicht zuletzt die Bars und Discos freuen. Man möchte es angesichts des Madrider Nachtlebens kaum glauben, doch aufgrund der Botellones mussten die Lokale teils empfindliche Umsatzrückgänge verzeichnen.
300 € Geldstrafe
Parallel zu dieser Strategie werden die polizeilichen Kontrollen verstärkt, besonders im Zentrum und der Ciudad Universitaria, dem Universitätscampus im Nordwesten Madrids. Die Anzahl der Anzeigen wegen Trinkens in der Öffentlichkeit in 2009 wird bis zum Jahresende auf 46.000 steigen, so eine Schätzung des Ayuntamiento. Die Strafe dafür liegt bei 300 Euro, durch zusätzliche Delikte wie ’Verschmutzung der Straße’ können es bis zu 600 Euro werden. Allerdings können diese Geldstrafen durch Sozialstunden und ’Wiedereingliederungskurse’ ersetzt werden.
Autofahrer müssen sich ebenfalls auf Kontrollen gefasst machen. Während der Weihnachtstage will die Polizei 10.000 Alkoholtests durchführen. Und schließlich betreffen die Kontrollen auch die ’ambulanten’ Bierstände der Chinos und die nach 22 Uhr noch geöffneten Tiendas. Bis zum Jahresende werden 25.000 Läden überprüft worden sein.
Botellón-Verbot verfehlt sein Ziel
Madrid gehört zu den Kommunen, die den Alkoholkonsum auf der Straße und den nächtlichen Verkauf von Alkohol schon vor Jahren verboten haben. Wirklich etwas geändert hat dies jedoch nicht. Noch im Sommer 2009 machte ein außer Kontrolle geratener Botellón im Stadtteil Pozuelo Schlagzeilen und erst vor wenigen Wochen gerieten einige jugendliche Teilnehmer eines ca. 1000köpfigen Botellóns in der Ciudad Universitaria mit der Polizei aneinander. Aufgrund der sinkenden Temperaturen besteht ein neuer Trend unter Jugendlichen inzwischen darin, sich zum Betrinken in Metrozügen zu treffen. Da hilft dann auch die Bewässerung der Straßen nichts mehr.
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