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| (Johannes Richter) - Die Plaza Mayor, angeblich das Modell für alle klassischen Hauptplätze spanischer Städte. |
Heute hat Valladolid knapp 320.000 Einwohner, ungefähr ein Zehntel Madrids. Zu feiern verstehen die jungen Vallisoletanos allerdings genauso wie die Madrileños. Ein Wochenendtrip in die Hauptstadt Kastilien-Leóns lohnt sich schon aufgrund der unglaublichen Vielfalt an Chupitos, d.h. Schnäpschen, die die Bars abends auftischen.
Kirchen und Museen
Doch zunächst etwas Kultur, denn auch da hat Valladolid einiges zu bieten. Beginnen wir unsere Besichtigungstour mit der Kathedrale, erbaut nach Entwürfen von Juan de Herrera, dem berühmten Architekten unter anderem von El Escorial. Leider zog der Königshof just in der Bauphase um und die Stadt verlor ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung. So wurde die Kathedrale bis heute nicht vollendet und nur durch einige ursprünglich nicht vorgesehene Anbauten erweitert.

Stilsicherer und schöner kommt die benachbarte Kirche Santa María la Antigua daher. Es ist manchmal nicht ganz einfach, die Kirchen Valladolids zu besichtigen, da sie meistens entweder geschlossen sind oder gerade Messe gelesen wird. Bei der in der Nähe gelegenen Iglesia San Pablo ist das allerdings halb so schlimm, ihre Hauptattraktion liegt in der prächtig gestalteten Eingangsfassade.

An die Kirche San Pablo grenzt das Museo Nacional de Esculturas an, ein Muss für jeden Valladolid-Besucher. Untergebracht im ebenfalls reich verzierten Colegio de San Gregorio aus dem 15. Jahrhundert, beherbergt es eine große Sammlung von Skulputuren vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert.
Tapas-Bars und Strand-Café
Zeit für ein paar Tapas! Wir passieren die Plaza Mayor, die als Vorbild für Madrid und alle anderen Plazas Mayores in Spanien gilt, und suchen uns nahe der Plaza de Martí Monsó eine gemütliche Tapas-Bar. Der Brauch, Tapas gratis zur Caña zu servieren, hat es zwar nicht bis Valladolid geschafft. Dennoch kann man sich hier für wenig Geld den Bauch vollschlagen, insbesondere an den Wochenend-Nachmittagen gönnen sich die Vallisoletanos traditionell ein paar phantasievolle Happen.

Den anschließenden café con leche gönnen wir uns in der Strandbar. Ja, ganz richtig, am Ufer des Flusses Pisuerga findet man einen großzügigen, feinen Sandstrand. Ein weiterer Grund, dem trockenen Madrid mal ein, zwei Tage zu entfliehen, besonders im Sommer.
Es wird spät, die Casa de Cervantes und das Kolumbus-Museum, untergebracht im Sterbehaus des Entdeckers, sparen wir uns für den kommenden Tag. Lieber genießen wir die letzten Sonnenstrahlen im Campo Grande. Dank Ententeich und freilaufenden Pfauen ist der zentrale Park besonders für junge Familien eine Attraktion.

100 Chupitos und Tanzen bis zum Vormittag
Später am Abend zieht es uns in die vielsagende Calle del Paraíso, wo sich Pubs und Bars aneinanderreihen. In Chupiterias wie ’Las Piedras’ oder dem ’Taj Mahal’ finden Chupito-Liebhaber alles, was das Herz begehrt. An die hundert Kurze haben einige Bars zur Auswahl, vom Tequila für einen Euro über weihnachtlichen Sahnelikör, serviert im essbaren Schoko-Becherchen, bis zur ’Tia Bonbon’, die man schnell mit Strohhalm runterstürzen muss, solange sie noch brennt.

Leicht angeheitert geht es anschließend zum Tanzen in die Zona San Miguel oder in die etwas ’alternativere’ Zona Cantarranas. Für feierwilligen Nachwuchs sorgt vor allem die altehrwürdige Universität Valladolid, gegründet 1346, mit ihren knapp 32.000 Studenten. Wem nach der Stadtbesichtigung genügend Energie bleibt, kann sich in einigen Clubs und Discotheken noch bis in die Vormittagsstunden vergnügen.
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