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| (modmedia.es) - Regisseur Alejandro Amenábar gibt seiner Hauptdarstellerin Rachel Weisz letzte Anweisungen. |
Alejandro Amenábar hat mit Agora den teuersten spanischen Film aller Zeiten gedreht. Der bisherige Rekordhalter Alatriste kam noch mit 25 Millionen Euro aus. Die mit 50 Millionen Euro doppelt so hohen Produktionskosten von Agora könnten sich jedoch lohnen. Eine Million Zuschauer haben den Film in den ersten vier Tagen seit seiner Premiere gesehen, so dass er bereits knapp sieben Millionen Euro wieder eingespielt hat.
Agora ist ein opulenter Kostümfilm, der den Fall des römischen Imperiums und die wachsende Macht der Christen, das Ende der antiken Welt und das gewalttätige Vorgeplänkel eines kommenden christlichen Mittelalters beschreibt. Schauplatz ist das ägyptische Alexandrien im Jahre 391 nach Christus. Im vierten Jahrhundert ist die Stadt ein noch römisch verwalteter, antiker Melting-Pot. Hier tummeln sich altertümliche Polytheismen und klassische philosophische Schulen ebenso wie frühchristliche Sekten und Juden.
Antike Philosophie vs. frühchristlicher Fundamentalismus
Im Mittelpunkt steht die von Rachel Weisz gespielte Mathematikerin, Astronomin und Philosophin Hypatia. Ihr Vater Theon (Michael Lonsdale) verwaltet die Bibliothek von Alexandria, in der sich das damalige Wissen der Welt befindet. Hypatia ist ein brillanter Kopf, eine Atheistin, die einem Kreis von Schülern Philosophie und Naturwissenschaften lehrt. Sie hat beste Kontakte zum Präfekten Orestes (Oscar Isaac) und anderen Mächtigen der Stadt. So versucht sie, die antike Weisheit gegen den wachsenden Einfluss gewaltbereiter, frühchristlicher Fanatiker zu verteidigen. An ihrer Seite steht der Sklave Davus (Max Minghella), der hin- und hergerissen ist zwischen der heimlichen Liebe zu seiner Herrin und dem Versprechen der Freiheit, welches das Christentum ihm bietet.
Historisches Vorbild
Die Story von Agora basiert auf der historischen Figur der Hypatia von Alexandria. Zwar gibt es zu ihr wenige und wenig verlässliche Quellen. Diese betonen jedoch allesamt die herausragende Stellung im Geistesleben ihrer Zeit und ihren enormen Einfluss in der von religiösen und politischen Konflikten bedrohten Stadt. In Erinnerung geblieben ist sie weniger durch ihr Werk als durch die Umstände ihres Todes. Im Jahr 415 lauerten ihr fanatisierte Christen auf, die ihr die Kleider vom Leib rissen, sie erschlugen und verstümmelten.
Das Drehbuch hat Amenábar gemeinsam mit Mateo Gil geschrieben. Die beiden sind ein eingespieltes Team, ihrer Zusammenarbeit sind Erfolge entsprungen wie Abre los ojos (bekannter ist vielleicht das US-Remake Vanilla Sky) und Das Meer in mir, Amenábars letzter Kinofilm von 2004. Agora ist nach The Others der zweite englischsprachige Film des chilenisch-spanischen Regisseurs. Produziert wurde er in Spanien und den USA, für das mediterrane Flair allerdings auf Malta gedreht.
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