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| (Johannes Richter) - Madrids vier große Wolkenkratzer, vom Bahnhof Chamartín aus gesehen. |
Aufgrund der Höhe und Position der vier ’Rascacielos’ (Wolkenkratzer) musste der Flughafen Barajas sogar seine Notfall-Flugroute ändern.
Die Türme stehen auf der ehemaligen Ciudad Deportiva, die 1963 als Trainingsgelände von Real Madrid gebaut wurde. Fans des Fußballvereins nennen die vier Türme auch ’Figo’, ’Beckham’, ’Zidane’ und ’Ronaldo’, da sie meinen, erst der Verkauf des Areals durch Club-Präsident Florentino Perez habe Real Madrid die Verpflichtung der vier Top-Spieler finanziell ermöglicht. Tatsächlich bekam der unter einem wachsenden Schuldenberg ächzende Verein zu Beginn des neuen Jahrtausends fast eine halbe Milliarde Euro für das Gelände

Vier Jahre Bauzeit
Die Grundsteinlegung des Projekts fand im Jahr 2004 statt , Ende 2007/Anfang 2008 waren die Türme fertiggestellt. Um möglichst schnell voranzukommen, arbeiteten in der Bauphase rund um die Uhr Hunderte Bauarbeiter auf der Madrid Arena. So hieß das Projekt anfangs, bevor sich die Besitzer Repsol YPF, Mutua Automovilística de Madrid, Sacyr Vallehermoso und OHL für ein stärkeres corporate Image entschieden und es in Cuatro Torres Business Area umtauften. Repsol stieg noch während der Bauphase aus dem Projekt aus, da es sich für einen anderen Standort für seine neue Zentrale entschieden hatte. Der Konzern verkaufte seine Torre Repsol für 815 Millionen € an die Caja Madrid.

Im Inneren der vier Türme befinden sich sowohl Büro- als auch Wohnräume, in der Torre Sacyr Vallehermoso befindet sich zudem ein Hotel, im oberen Teil der Torre Cristal sogar ein Garten. Um zu Arbeitsbeginn und im Feierabendverkehr kein Verkehrschaos auszulösen, wurde unter der Cuatro Torre Business Area ein Netz unterirdischer Ausgänge angelegt. Die Beschäftigten in den vier Türmen können sich so von den Tiefgaragen aus direkt auf die Ringstraße M-30, die Castellana und die Autovía A-1 einfädeln.
Base-Jumper auf der Torre Cristal
In der noch jungen und kurzen Geschichte der Türme kam es zu einigen Vorfällen, die aber allesamt glimpflich ausgingen. Im September 2006 fing ein Teil der äußeren Struktur der Torre Espacio Feuer. Es konnte jedoch schnell gelöscht werden und hinterließ keine gravierenden Schäden, so dass der Turm ohne Verzögerung fertiggestellt werden konnte. Im Januar 2008 mischten sich zwei Base-Jumper unter die Bauarbeiter und erklommen illegal den höchsten Punkt der Torre Cristal. Sie stürzten sich herab, genoßen fünf Sekunden lang den Nervenkitzel des freien Falls, öffneten dann ihre Fallschirme und landeten sanft und wohlbehalten.
Im November 2008 schließlich stürzte -weniger elegant – eine Platte von der Torre de Caja Madrid. Beim ihrem Aufprall wurde aber zum Glück niemand verletzt.
Besichtigungen sind nur nach vorheriger Reservierung im Restaurant der Torre Sacyr möglich. Gibt es einmal, wie im Rahmen der Woche der Architektur, einen “Tag der offenen Tür”, bilden sich schnell Schlangen mit Wartezeiten von drei Stunden und mehr. Doch auch vom Boden aus bilden die vier Wolkenkratzer ein beeindruckendes Ensemble.
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