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| (Galería Heinrich Erhardt) - Spanien-Premiere: Gemälde des Künstlers Georg Baselitz, die noch bis zum 21.11.09 in Madrid zu sehen sind. |
Baselitz wurde 1938 als Hans-Georg Kern im sächsischen Deutschbaselitz geboren. 1956 beginnt er sein Studium der Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste in Ost-Berlin, wird ihrer aber aufgrund seiner Unangepasstheit an das sozialistische System nach zwei Semestern wegen “gesellschaftlicher Unreife” verwiesen. Er schließt sein Studium in West-Berlin ab. Bis heute setzt sich Baselitz mit der Situation des Künstlers in autoritären und totalitären Systemen auseinander. Weitere immer wiederkehrende Themen sind das Portrait und das Selbstportrait, der Künstler gegenüber seinem Modell und seinem Werk.
Der Maler vor der weißen Leinwand
Die nun ausgestellten sechs Zeichnungen und drei großformatigen Gemälde basieren auf einem Bild des sowjetischen Künstlers Geri Korzev, dem Portraitmaler Josef Stalins. Nach dem Tod des Diktators war Korzev gezwungen, sein letztes, unvollendetes Gemälde von ihm zu übermalen. Diese Situation verarbeitete er später in einem Selbstportrait, das den Künstler auf einem Hocker vor der nun wieder weißen Leinwand zeigt, auf der nichts als sein eigener Schatten zu sehen ist.
Baselitz macht in verschiedenen Abstraktionsgraden deutlich, dass diese Situation auf jeden Maler und jede Epoche übertragbar ist; so wird in einem der Gemälde schließlich das Gesicht Korzevs durch das des romantischen Malers Caspar David Friedrich ersetzt.
Berühmt wurde Baselitz Mitte der 1970er vor allem durch seine “auf dem Kopf stehenden” Bilder. Die Bildmotive der in der Galería Heinrich Erhardt zu sehenden Werke sind zwar nur um 90% gedreht - als eine schrittweise Rückkehr zu mehr Gegenständlichkeit und leichteren Zugänglichkeit sollte man dies aber nicht missverstehen.
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