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| (es.wikipedia.org) - Hernán Migoya-ein streitbarer Autor |
Hernán Migoya, der nicht nur Comics, sondern auch Drehbücher und Romane verfasst, machte bereits mit seinem Buch “Alles Nutten” (Todas putas”) von sich reden, wo er als Ich-Erzähler in die Rolle eines Vergewaltigers schlüpft, der sich durch besonders frauenfeindliche und rassistische Aussagen auszeichnet. Ob diese als ironisch und provokativ aufzufassen sind oder einfach nur die rechte Gesinnung des Autors wiedergeben, führte zu ausgiebigen Diskussionen.
Mit seinem neuesten Werk dürfte er zu ähnlichen Kontroversen anregen. Äusserlich darf man sich Migoyas Adolf Hitler als Mischung aus Tim (der Zeichenserie Tim und Struppi) und dem Keks-Prinzen der Prinzenrolle vorstellen, durchaus süss und zum Liebhaben also. Dass sich von dieser Art von Humor so manch eineR distanzieren will, ist da nur verständlich. Die Polemik die diese Darstellung bisher in den spanischen Medien ausgelöst hat, bleibt bisher jedoch überschaubar. Nur die El mundo machte den Comic zum Thema.
Hitler als Lachnummer...
Die Auseinandersetzung in Deutschland und Österreich damit wäre wohl anders ausgefallen, wie die Diskussionen um die Filmkomödie “Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler” vor 2 Jahren zeigten. Besonders die Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus wurde befürchtet. Die Darstellung Adolf Hitlers als Witzfigur ist damals wie heute nicht neu, so publizierte der deutsche Comiczeichner Walter Moers bereits seit 1998 mehrere satirische Comics, die den Führer zur Lachnummer machten.
Auch wenn Hernán Migoya weniger eine Karikatur, denn eine Verniedlichung Hitlers zeichnet, so hat er doch eines mit den beiden genannten deutschen Darstellungen gemein: Der Hitler-Mythos, der den deutschen Dikator als das absolute Böse, übermenschlich und unmenschlich agierend, darstellt, wird entzaubert.
...und einer "von uns"
Hitler als Mensch, der sich auch einmal verliebt und über den gelacht werden darf, bricht mit dem Tabu, dass Hitler mit dem “normalen Menschen” nichts gemein hat. Hitler als einer von uns, als der Nachbar von nebenan zwingt zu einer anderen Art von Auseinandersetzung, die sich nicht darin genügt Hitler als Monster abzutun, sondern als Teil der Gesellschaft sieht.
Freilich, ob dazu Bambi-Augen und Liebessorgen notwendig sind und diese nicht doch eher zur Entpolitisierung beitragen, wo persönliche Probleme und Alltagssorgen des süssen Adolfs die Massenmorde in den Hintergrund rücken lassen, ist eine andere Frage. Mit der Beantwortung darf noch bis zur Fertigstellung der ersten Ausgabe gewartet werden. Gedanken kann man sich jetzt schon machen.
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