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| (flickr.com/Unai Beroiz) - Spanier trauern mit der Familie von Marta |
Täter ließ Angehörige drei Wochen im Ungewissen
Am Samstagabend vor drei Wochen wurde Marta das letzte Mal lebend gesehen. Seitdem ist das Mädchen aus Sevilla verschwunden. Zahlreiche Bürger fühlten mit den trauernden Eltern und halfen der Polizei bei der Suche nach möglichen Hinweisen. Am vergangenen Freitag, den 13. Februar 2009, gab Miguel Carcaño ein Geständnis ab. Demnach zufolge habe er seine Ex-Freundin im Streit mit einem schweren Aschenbecher niedergeschlagen und danach im Fluss Guadalquivir in Sevilla versenkt. Sein Bruder Javier Carcaño (39 J.) und Samuel B.P. sollen ihm dabei geholfen haben. Ein 15-jähriger Freund der beiden habe anschließend dazu beigetragen, die Tat zu vertuschen. Die Kaltblütigkeit, mit der die jungen Menschen den Mord begannen haben und die Tatsache, dass sie die Familie des Opfers wochenlang im Unklaren über dessen Verbleib ließen, löste in ganz Spanien heftige Diskussionen über die moralischen Werte der spanischen Jugend aus. Wie Martas Mutter am 18.02.09 in einer Presse-Konferenz mitteilte, wünsche sie sich, dass für die Täter jeder Tag, den sie im Gefängnis verbringen, die Hölle ist.
Leiche noch nicht gefunden
Seitdem sucht die Polizei den kompletten Flussverlauf nach dem Körper von Marta ab, jedoch ohne Erfolg bis jetzt. Der Fund könnte entscheidende Hinweise darauf geben, was sich wirklich am Abend des 24. Januars im Haus von Miguel Carcaño zugetragen hat und wer möglicherweise noch alles in den Fall verwickelt ist. Ganz Spanien beteiligt sich bei der Suche nach Hinweisen oder einer Spur, die zu der Leiche des Mädchens führen könnte.
Ganz Spanien ist bestürzt
Der Fall erinnert ganz Spanien an den Mord der vor einem Jahr verschwundenen Marie-Luz. Die 5-Jährige wurde damals im Hafen von Huelva tot aufgefunden, nachdem sie von einem vorbestraften Kinderschänder, der fälschlicherweise frei herum lief, entführt worden war. Vor wenigen Tagen noch nahmen zahlreiche Sevillaner an einem Aufmarsch teil, in dem sie die Freilassung von der entführt geglaubten Marta forderten. Der Mord an Marta hat heftige Debatten über den Schutz der Jugendlichen in Spanien vor derartigen Verbrechen ausgelöst.
Sind die spanischen Medien zu weit gegangen?
Zudem wurde die Sensationsgier, mit der sich die spanischen Medien auf den Fall stürzten, stark kritisiert. Wie die Zeitung "20minutos" berichtete, haben sich die Medien der Fotos bedient, die Marta und ihre Freunde in der Community "Tuenti" veröffentlicht haben. Auf der Homepage des Netzwerkes für Jugendliche wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "die Verbreitung und die Reproduktion jeglichen Inhaltes verboten ist". Die Polizei fand auf der Homepage von Tuenti entscheidende Informationen zu den mutmaßlichen Tätern.
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