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23. April 2014
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  Das Fest der Heiligen Águeda im Februar
 
 
 
Linda Fischer
Während meines Studiums "Medien und Kommunikation" zog es mich 2007 nach Spanien. Nach dem Bachelor war es dann abermals Zeit meine Koffer zu (...)


"La Fiesta de las Águedas" ist der Tag, an dem die verheirateten Frauen in vielen Dörfern in Spanien das Kommando übernehmen und die Männer ausnahmsweise einmal nichts zu melden haben.

(flickr.com/Sebúlcor / Eugenio) -

El día de Santa Águeda in einem Dorf bei Segovia

Jede spanische Provinz hat ihren eigenen Schutzheiligen. Rund um Segovia und Salamanca findet jedes Jahr ein Fest zu Ehren der Santa Águeda (Heilige Agathe) statt. Águeda war der Legende nach eine Jungfrau aus Catania in Sizilien und wurde von dem Stadthalter Quintiatus begehrt, dessen Brautwerbung sie jedoch ablehnte, da sie Christin war. Der verärgerte Prokonsul ließ Águeda daraufhin foltern und veranlasste schließlich, ihr die Brust abzuschneiden. In der Nacht erschien der Jungfrau im Kerker Petrus mit heilenden Salben, der ihre Wunden versorgte. Als man davon erfuhr, ließ Quintiatus Águeda auf glühende Kohlen legen, woraufhin diese starb und sich anschließend in die Schutzheilige aller verheirateten Frauen verwandelte. Ein Jahr nach ihrem Todestag brach der Ätna aus und die Bewohner Catanias konnten die Lava dank des Schleiers der Heiligen Jungfrau stoppen.

Um den 5. Februar herum wird jedes Jahr an die Schutzherrin der verheirateten Frauen durch Tänze und Gesänge gedacht. In Spanien gibt es verschiedenen Arten an Zeremonien, die sich von Dorf zu Dorf unterscheiden.

1. Abades, Segovia (900 Einwohner, 15 km von Segovia)

Am Vorabend des Festtages verkleiden sich alle verheirateten Frauen des Dorfes und treffen sich zum gemeinsamen Essen. Es wird gesungen und getanzt und die Frauen tragen die typischen Gewänder ihrer Region. Danach werden vier Mayordomas ernannt, welche die Oberherrschaft während dieses Fests besitzen. In einer Prozession, angeführt von einem Orchester, laufen sie durch die Straßen mit Standarte und Pfarrkreuz. Auf der Plaza Mayor wird schließlich vor dem Feuer einer Strohpuppe ein Testament mit allerlei sexuellen Anspielungen verlesen.

2. Espinosa de Henares, Guadalajara (543 Einwohner, 40 km von Guadalajara)

In traditionelle Gewänder gekleidet, tragen die Frauen ein Standbild der Heiligen Águeda, welches mit Blumen geschmückt ist, durch das ganze Dorf. Anschließend gibt es ein Festmahl und einen Tanz um einen riesigen Scheiterhaufen im Zentrum. Gemäß dem Brauch bekommen alle Männer, die versuchen, die Flammen zu löschen, einen Tritt verpasst.

3. Mirandar del Castañar, Salamanca (643 Einwohner, 90 km von Salamanca)

Die ältesten Rituale der Santa Águeda werden in Mirandar del Castañar zelebriert. Die Mayordomas sind die Herrscherinnen des Tages und der Bürgermeister erklärt in einer Rede den Tag zum Festtag der Frauen. In traditionellen Kleidern laufen die Frauen zu den Schulen und "befreien" die Kinder, um dann mit Dudelsäcken und Trommeln durch das gesamte Dorf zu laufen. Der wichtigste Akt ist der Tanz mit der Fahne. Sie wird über den Köpfen der Anwesenden geschwenkt und die Frauen stellen als Zeichen ihrer Herrschaft die Füße auf den Mann, der vor ihnen kniet oder liegt.

4. Peleagonzalo, Zamora (470 Einwohner, 27 km von Zamora)

In diesem Ort, am Ufer des Dueros, findet neben den üblichen Gesängen und Tänzen auch ein außergewöhnliches Ritual der Fruchtbarkeit statt. Drei junge Mädchen mit weißen Röcken, weißen Blusen und einem Blumenhut auf dem Kopf, laufen mit einem Stab bewaffnet durch die Straßen, an dem ein weißes Taschentuch befestigt ist. Die jungen Männer versuchen ihnen die Stöcke abzunehmen, bevor sie anfangen, sich damit zu verteidigen. Vor der anschließenden Messe gehen die Mayordomas traditionell von Haus zu Haus und laden die Leute zum Tanz ein.

5. Zamarrala, Segovia (350 Einwohner, 3 km von Segovia)

Es ist die bekannteste aller Feste der Santa Águeda. Morgens geht die Heilige Águeda durch das Dorf, vor ihr die zwei Bürgermeisterinnen, in glamourösen Gewändern aus Samt und Seide und mit viel Schmuck. An den Händen tragen sie zahlreiche Ringe, in der rechten einen Stab der Herrschaft und in der linken eine Flagge. Die Álguedas begleiten sie mit altertümlichen Tänzen und abschließend wird eine Strohpuppe verbrannt.

6. Corrales del Vino, Zamora (850 Einwohner, 17 km von Zamora)

Corrales del Vino ist der Ort in Zamora, an dem zur Santa Águeda die prachtvollsten und kostbarsten Gewänder getragen werden. Insgesamt nehmen über 100 Águedas an der Feier teil. Um 12 Uhr treffen sich alle auf der Plaza Mayor, um bei der Parade mitzumachen, die vier bis fünf Stunden andauert. Der Grund, warum es so viele Águedas dieser zamoranischen Dörfer gibt, liegt in den zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Mauren und den Christen begründet, an denen die Frauen teilgenommen haben, um zu helfen und den Sieg herbeizuführen. Viele Strophen der Lieder, die sie singen, handeln von der damaligen Zeit.

7. El Espinar, Segovia (3.800 Einwohner, 32 km von Segovia)

Obwohl in vielen benachbarten Orten ebenfalls die Santa Águeda zelebriert wird, ist hier eine der bekanntesten mit einer sehr traditionellen Feier. Zur Parade versammeln sich ca. 400 Frauen und jedes Jahr werden es mehr. Die Bürgermeisterin lädt zum Frühstück ein und um halb 12 Uhr mittags findet die Prozession mit den heiligen Umzügen bis zur Kirche statt. Das Bild der Heiligen Águeda wird von acht Frauen getragen, die alle komplett in segovianischen Gewändern gehüllt sind und Tänze vor dem Rathaus aufführen. Um 12 Uhr findet dann die Messe statt und im Anschluss ein Essen der Schwesternschaft.

8. Escatrón, Zaragoza (1.500 Einwohner, 78 km von Zaragoza)

An der Prozedur nehmen die jungen Leute teil, in luxuriösen Kleider und mit kleinen Körbchen ausgestattet, in denen sie Brote und Süßes haben, was während der Messe in der Kirche angeboten wird. Die Prozession mit den gesegneten Broten beginnt um 11 Uhr morgens. Eine Stunde laufen sie durch das ganze Dorf. Vorneweg die Musiker, dann die kleinen Mädchen, danach die alleinstehenden jungen Frauen und zum Schluss die verheirateten Frauen mit Blumensträußen, welche später der heiligen Jungfrau Águeda geopfert werden. Nach den religiösen Akten kommen die kulinarischen, zu denen auch eine Spezialität aus Kalb gehört.

El Mundo

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