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| (Bild: Schuster/Ehrentreich) - Stephanie O. (li. 21) hat als Praktikantin Erfahrung im spanischen Arbeitsalltag gesammelt. Tina K. (re.30) lebt bereits seit elf Jahren in Spanien. |
Stephanie, du bist jetzt schon seit einigen Monaten in Madrid, hast du in dieser Zeit an deiner Heimat und den Deutschen etwas besonders schätzen gelernt?
Ja auf jeden Fall, zum Beispiel die deutsche Gründlichkeit, Ordnung und Pünktlichkeit. In Deutschland ist der Umgang respektvoller. Was mir besonders gefällt, ist dass man sich auf sie verlassen kann. Bei den Spaniern ist es leider oft so, dass man ziemlich lange warten muss bis irgendetwas passiert.
Wobei ist dir das aufgefallen, im privaten Kontakt mit den Spaniern oder auch während deines Praktikums?
Vor allem während der Arbeit. In Deutschland geht man viel ruhiger und vorsichtiger miteinander um. Die Spanier hingegen scheinen mir teilweise sehr grob und laut zu sein. Außerdem fehlt es oft an Organisation. Auch einem Streit im Büro gehen sie nicht unbedingt aus dem Weg. Persönlich gefällt es mir besser mit Deutschen zu arbeiten. Allerdings kann ich nicht viel über die Spanier außerhalb der Arbeit sagen, da ich zu wenigen Spaniern privaten Kontakt habe.
Warum hast du dich für Madrid entschieden? Was hat dich daran gereizt?
Ich komme aus einem kleinen Ort, demgegenüber Madrid eine gute Abwechslung ist. Obwohl es nicht soweit von zu Hause weg ist, erlebt man hier eine ganz andere Kultur und eine fremde Landschaft und natürlich sind auch die Menschen anders.
Hast du Tipps für Leute, die neu in der Stadt oder auf Besuch sind?
Man sollte in der Metro auf jeden Fall gut auf seine Taschen aufpassen. Die Wohnung sollte man immer abschließen, da in Madrid öfters eingebrochen wird. Ansonsten ist es aber nicht gefährlicher als in jeder anderen Großstadt in Europa.
Und was sollte man sich unbedingt anschauen in der Stadt? Was hat dir besonders gefallen?
Die Innenstadt mit ihren vielen Gassen und Straßen ist sehr sehenswert und verführt zum Shopping. Auch die Kathedrale Almudena und natürlich der Palacio Real sind sehr schön. Besonders empfehlenswert finde ich den riesigen Parque del Retiro im Osten der Stadt.
Tina K. (30) ist Jungunternehmerin aus Köln und lebt bereits seit elf Jahre in Spanien. Ihre Erfahrungen unterscheiden sich von Stephanies in einigen Punkten.
Was gefällt dir an der Stadt?
Am besten finde ich das Nachtleben!Bei den unzähligen Tapas-Bars fällt die Wahl schwer. Da gibt es so vieles zu sehen. Mein Tipp ist allerdings nicht auf der Plaza Mayor zu essen, dort bezahlt man fast viermal soviel wie normalerweise.
Was machst du genau in der Stadt? Arbeitest und lebst du hier oder bist du nur auf Besuch?
Ich arbeite hier in der Stadt und bin gerade dabei meine eigene Kosmetikfirma aufzubauen, nächste Woche fangen wir mit dem Verkauf an.
Was ist das Besondere an Spanien und den Menschen im Vergleich zu Deutschland?
Was ich am meisten schätze ist die spanische Lebensfreude. In Deutschland geht es im Allgemeinen viel ruhiger zu, ich hab es lieber etwas temperamentvoller.
Hast du auch schon negative Erfahrungen gemacht?
Wenn man ein Auge auf seine Sachen wirft, passiert eigentlich nichts. Die Menschen sind sehr freundlich und man muss keine Angst haben sich in der Stadt zu bewegen, auch nachts nicht.
Gibt es etwas, dass du aus deiner Heimat vermisst?
Natürlich gibt es Dinge, die mir in Deutschland besser gefallen, genauso wie es Dinge gibt, die mir hier besser gefallen, aber ernsthaft vermisse ich nichts, ganz ehrlich!
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