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| (Justin P. für MadriderZeitung.com) - Der Corte Inglés bei Sol öffnet jeden Sonntag die Türen |
Die Comunidad de Madrid hat ein neues Gesetz ausgearbeitet, demzufolge alle Geschäfte von Montag bis Samstag durchgehend öffnen dürften, von Null bis 24 Uhr ohne jegliche Einschränkung. Das “Ley de Modernización del Comercio“ wird nach Schätzung der Wirtschaftskomission voraussichtlich im Sommer in Kraft treten, nachdem alle parlamentarischen Formalitäten abgeschlossen sind.
Schon ohne dieses Gesetz zeichnet sich Madrid durch sehr liberale Ladenöffnungszeiten aus. Der momentanen Regelung zufolge, dem „Ley regional de Comercio Interior“, dürfen Läden mit einer Grösse von weniger als 300 Quadratmetern öffnen und schliessen, wann es ihnen beliebt – vorausgesetzt, dass dies nicht mehr als 90 Stunden in der Woche sind und nicht mehr als zwölf an einem Feiertag.
Ausserdem dürfen sämtliche Läden in Madrid an 22 Feiertagen öffnen. In den meisten Regionen Spaniens sind es lediglich zwischen acht und zehn Feiertage.
In der Region von Sol, dem Zentrum des Einzelhandels in Madrid, ist es bereits seit Januar diesen Jahres erlaubt, das ganze Jahr über durchgängig zu öffnen. So hat beispielsweise der Corte Inglés seit kurzem jeden Sonntag geöffnet.
Ladenschluss ist Ländersache
Diese hohe Liberalisierung der Öffnungszeiten in Madrid geht aus dem Ende 2004 beschlossenen „Ley estatal de Horarios Comerciales“ hervor. Diesem Gesetz zufolge liegt die Zuständigkeit für die Regulierung der Ladenöffnungszeiten bei den autonomen Regionen. Darüber hinaus legt es einige Mindestkriterien fest und erlaubt dem Einzelhandel, mindestens acht Feiertage im Jahr zu öffnen. Die meisten Regionen belassen es bei dieser Regelung, Madrid steht dabei mit seinen 22 Feiertagen weit an der Spitze.
Die Regierung von Madrid rechtfertigt den neuen Gesetzentwurf mit den sich ändernden Konsumgewohnheiten der Bürger: Diesen könne der Einzelhandel durch die neue Regelung flexibler entgegenkommen. Weiterhin würden durch längere Ladenöffnungszeiten neue Arbeitsplätze geschaffen. Die im Einzelhandel Beschäftigten jedoch fürchten, sogar Sonntags arbeiten zu müssen. Und auch die Inhaber kleinerer Läden kritisieren den Gesetzentwurf und sehen sich durch die vollständige Liberalisierung in ihrer Existenz bedroht.
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