 |
| (Die Bahn) - v.l.n.r. Hartmut Mehdorn (DB), Norbert Bensel (DB), Keith Heller (EWS), Emilio Fernandez (Transfesa). |
Die Deutsche Bahn hat sich ein großes Stück vom Kuchen der internationalen Schienenlogistik gesichert. Mit dem Kauf zweier Frachtgesellschaften in Großbritannien und Spanien wird der Konzern zu einem der größten Logistikkonzerne Europas. Der Aufsichtsrat stimmte dem Kauf bereits zu, wobei auf der Pressekonferenz am 28.06.2007 keine Angaben zum Kaufpreis gemacht wurden.
Geld für die Übernahmen hat die Bahn. Vor kurzem erlöste sie rund 800 Millionen Euro mit dem Verkauf der Ostsee-Fährgesellschaft Scandlines. Die größte britische Güterbahn EWS (English Welsh & Scottish Railway) wird von der Bahn vollständig übernommen. Ihr Wert wird auf 460 Millionen Euro geschätzt. Besonders interessant für die Deutsche Bahn ist der Umstand, dass EWS mit Euro Cargo Rail eine Tochtergesellschaft in Frankreich besitzt. Im Gegensatz zur Deutschen Bahn hat diese Lizenzen für das gesamte französische Schienennetz. Wollte die DB diesen Zugang durch Gründung statt durch Kauf einer Gesellschaft erzielen, müsste sie langwierige Genehmigungs- und Verhandlungsprozeduren in Kauf nehmen.
An dem spanischen Anbieter Transfesa wird die Bahn eine Mehrheit von 51% der Konzernanteile für geschätzt 130 Millionen Euro erwerben. Der spanische Logistiker wurde einst gegründet, um die Transporte aus und in die iberische Halbinsel zu managen, die auf der Schiene mit einem Spurwechsel verbunden sind. Inzwischen hat er sich aber zu einem Speziallogistiker entwickelt, der auf Schienentransporte für Autos spezialisiert ist und seine Dienstleistungen in ganz Europa anbietet.
Der Wandel der Bahn von einem nationalen Schienenverkehrsanbieter zu einem international tätigen Logistikkonzern vollzieht sich seit einigen Jahren. Bereits 2002 wurde die Spedition Schenker gekauft und im Frühjahr 2006 erwarb die Deutsche Bahn den US Logistik-Anbieter Bax Global.
|